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Der Biofilm auf den Zähnen
-aktuelle Erkenntnisse über die Stadt der "Mikroben" -
Fluorid
-Vergleich von Chlor, Jod, Fluor -




Der Biofilm auf den Zähnen
- aktuelle Erkenntnisse über die Stadt der "Mikroben" -

Betrachtet man, wie die Zähne und der Zahnhalteapparat erkranken, so ist in der Zahnplaque der wichtigste Ursachenkomplex zu finden. Karies, Zahnfleisch- und Zahnbettentzündungen sind bakterielle Infektionserkrankungen.

Bei der Zahnplaque (Zahnbeläge) handelt es sich nicht um einfache Ansammlungen von Bakterien, sondern um eine ausgeklügelte Struktur, die als Biofilm bezeichnet wird. in solchen Biofilmen kommunizieren die Bakterien miteinander, es gibt Hierarchien, es werden Nährstoffe und Abfallprodukte produziert und wiederverbraucht. Diese Biofilme werden auch als „Stadt der Mikroben“ genannt.

Es sind vermutlich 700-900 Arten von Mikroorganismen am Biofilm und im Mund beteiligt, wobei nur etwa 40-50 von ihnen Krankheitserreger sind.

Weitere Biofilm-Standorte befinden sich beispielsweise auf der Haut oder im Magen-Darm-Trakt. An allen Stellen ist es wichtig, dass ein ökologisches Gleichgewicht herrscht, dass das „miteinander“ nicht gestört ist und die Anzahl der einzelnen Bakterienarten etwa gleichbleibend im System ist.


Vielfältiges Keimspektrum

An der Entstehung von Erkrankungen sind meist fremde Keime, die den Organismus befallen Schuld. Aber auch Keime aus den eigenen Biofilmen können zu einer Schädigung des Wirts führen. In diesen Fällen kommt es zu einem Zusammenbruch der Organisationsstrukturen des Biofilmes, meistens als Folge von Veränderungen im Abwehrsystem (Immunsystem) des Wirtes.

Das ökologische System Mundhöhle z. Bsp. kann zusammenbrechen durch sehr hohen Zuckerkonsum aus der Nahrung, durch verminderten Speichelfluss oder durch allgemeine Schwächung des Körpers. So können sich plötzlich einige Keime übermäßig vermehren und der Biofilm wird krankheitserregend. Haben sich einmal solche Biofilme entwickelt, so sind diese nur sehr schwer zu bekämpfen.

Bakterien können sich in so einem Biofilm besser verstecken gegenüber körpereigenen Abwehrmechanismen und antibakteriellen Medikamenten. Unter diesen neuen Bedingungen entwickeln die Bakterien größere Aggressivität.


Strategien gesund zu bleiben

Die effektivste Methode zur Vermeidung von Zahnerkrankungen ist immer noch die regelmäßige mechanische Plaqueentfernung. Mit dieser sollen mögliche Krankheitserreger von der Oberfläche entfernt werden, aber auch die Ausbildung eines dicken Biofilmes vermieden werden, in dem Krankheitserreger auf Kosten von „gesunden“ Bakterien überwiegen. Wird die Belastung durch Mikroben nicht unter Kontrolle gebracht, vermehren sich vor allem säurebildende und -tolerante Keime, die unter dem Zahnfleischsaum zu Entzündungen (Rötung, Blutung, Schwellung) führen.

Mit dem Ziel durch die Veränderung der Umweltbedingungen der Bakterien ihr Wachstum zu vermindern, werden in der Kariesvorbeugung nicht vergärbare Süßungsmittel, Anwendungen mit Fluoridsalzen angereicherte Lebensmittel, Stimulierung der Speichelfließrate durch zuckerfreie Kaugummis eingesetzt.

Auch die Anwendung von Probiotika, die heutzutage bereits in vielen Milchprodukten zu finden sind, dienen ebenso einer „positiven“ Keimverschiebung, wie einer positiven Wirkung auf das Immunsystem.

Weitere neue Strategien ergeben sich aus den Kenntnissen über Struktur und Kommunikation der einzelnen Bakterien des Biofilmes. Beispielsweise gibt es in der Meeresforschung Bemühungen den Biofilm auf Schiffsrümpfen durch Eingriffe in die Struktur des Zusammenlebens der Bakterien zu zerstören.

In allen Bereichen der Medizin, aber auch Ökologie und Technik wird deutlich, dass der Biofilm die universelle Überlebensstrategie der Mikroben ist. Biofilme haben, auch wenn sie unterschiedlich zusammengesetzt sind, ähnliche Strukturen, ähnliche Eigenschaften und führen zu chronische Erkrankungen.




Fluorid

Ein kurzer Abschnitt noch zu Fluoriden und Fluor in der Zahnmedizin.


In der Zahnmedizin werden vor allem Natriumfluorid und Aminiumfluorid eingesetzt. Häufig findet man in der Literatur, dass Fluoride Gifte sind. Tatsache ist, dass Fluor (F) ein leicht grün-gelbes Gas aus der Gruppe der Halogene (Salzbildner), zu der auch Chlor und Jod gehören.

Als Vergleich

Chlor Jod Fluor
Chlor ist lebensnotwendig in Form von Chlorid“. Wir nehmen es täglich als Salz zu uns. Jod ist bekannt als wichtigstes Spurenelement zur Vermeidung von bestimmten Schilddrüsenfehlfunktionen („Kropf“) und wird in Form von Jodid aufgenommen.
Chlor -das lebenswichtige Element- ist wirklich giftig und wurde im 1.Weltkrieg als „Grünkreuz“ Kampgas eingesetzt. Die tägliche Verwendung einer Prise Salz (Jodsalz) vergiftet uns nicht, aber schon 10 Gramm Kochsalz sind hochgiftig und verursachen Störungen der Nervenreizleitung und in der Muskulatur. Während 100 Gramm Natriumfluorid außer Übelkeit keine schweren Folgen hinterlässt.